Ich bin in einem Unternehmerhaushalt groß geworden. Gespräche über Mitarbeitende, Führung, Kunden und irgendwelche Entscheidungen am Küchentisch gehörten für mich ziemlich früh zum Alltag – lange bevor ich überhaupt wusste, was „Unternehmensführung“ eigentlich bedeutet.
Ich habe früh mitbekommen, wie unterschiedlich Menschen über ein und dieselbe Situation reden. Was offiziell gesagt wird. Was eigentlich gemeint ist. Wer wirklich meint, was er sagt. Und wer gerade ziemlich überzeugend eine Rolle spielt.
Dafür hatte ich schon immer ein ziemlich gutes Gespür.
Später kam das Fachliche dazu: Wirtschaftsfachwirtin, Betriebswirtin, Unternehmensführung – und irgendwann die Unternehmensnachfolge.
Und damit war ich mittendrin in dem, was man so schön Generationskonflikt im Familienunternehmen nennt.
Zwei Generationen. Zwei Vorstellungen davon, wie man ein Unternehmen führt. Beide mit guten Gründen. Und dazwischen ein echtes Unternehmen mit echten Mitarbeitenden, echten Kunden und Entscheidungen, die halt trotzdem getroffen werden müssen.
Das war kein hübsches Fallbeispiel aus irgendeinem Seminar. Das war über Jahre mein Alltag.
Und ich glaube, genau daher kommt auch mein Blick auf Unternehmen heute.
Mich interessiert selten nur das, was auf den ersten Blick das Problem zu sein scheint. Ich will wissen: Was passiert hier eigentlich wirklich?
Was sehen die einen – und die anderen ganz anders? Was wird gesagt und was kommt tatsächlich an? Wo hakt es? Was wird vielleicht schon ewig versucht, obwohl das eigentliche Problem ganz woanders liegt? Und was spricht gerade keiner aus, obwohl es eigentlich längst im Raum steht?
Und vor allem interessieren mich die Menschen darin. Nicht als „Ressource“, Rolle oder Kästchen im Organigramm. Sondern wirklich.
Ich will verstehen, was sie bewegt. Warum sie handeln, wie sie handeln. Was sie brauchen. Was sie vielleicht längst wissen, aber trotzdem nicht tun. Und was sich verändern muss, damit am Ende nicht nur ein schönes Konzept entstanden ist, sondern im echten Arbeitsalltag tatsächlich etwas anders wird.
Vielleicht frage ich deshalb oft ein bisschen anders. Und vielleicht sehe ich deshalb auch ziemlich schnell Dinge, die vorher irgendwie schon da waren – aber noch keiner so richtig auf den Tisch gelegt hat.
Und eine Perspektive fehlt noch: Ich bin vierfache Mutter.
Und ja, das gehört für mich zu meiner beruflichen Erfahrung und Expertise dazu.
Muttersein hat mich auf verdammt vielen Ebenen besser gemacht. Als Unternehmerin. Als Führungskraft. Als Coach. Und in meiner Arbeit mit Menschen.
Ich habe keine Zeit für Bla Bla und Bullshit.
Ich priorisiere schneller. Ich entscheide pragmatischer. Ich weiß, dass nicht alles, was theoretisch sinnvoll klingt, im echten Leben auch funktioniert. Und ich merke ziemlich schnell, wenn wir gerade versuchen, etwas unnötig kompliziert zu machen, das eigentlich eine klare Entscheidung braucht.
Vor allem weiß ich aber auch, was es bedeutet, als Mutter in dieser Berufswelt seinen Platz zu finden.
Verantwortung im Job zu übernehmen und gleichzeitig für Menschen verantwortlich zu sein, bei denen du nicht um 17 Uhr den Laptop zuklappst. Karriere, Unternehmertum, Familie, Mental Load, Erwartungen von außen und die eigenen Ansprüche unter einen Hut zu bekommen – während die Arbeitswelt teilweise immer noch so tut, als wären Arbeit und Leben zwei hübsch voneinander getrennte Bereiche.
Sind sie halt nicht.
Und das verändert deinen Blick auf Arbeit. Auf Führung. Auf Leistung. Auf Verantwortung. Und vor allem auf Menschen.
Deshalb interessiert mich auch nicht die theoretisch perfekte Lösung für ein Unternehmen.
Mich interessiert, ob sie für die Menschen funktioniert, die montagmorgens damit arbeiten müssen.
Ob sie verstanden wird. Ob sie umsetzbar ist. Ob sie etwas verändert. Und ob sie auch dann noch funktioniert, wenn das echte Leben dazwischenkommt.
Was du von mir deshalb eher nicht bekommst: drei Interviews, 87 Seiten Analyse und danach eine freundliche Abschiedsmail.
Ich will verstehen, worum es wirklich geht.
Ich will erkennen, was sich verändern muss.
Und dann machen wir was damit.
Berufliche Stationen im Überblick
- 2005 – 2008Ausbildung im Einzelhandel bei Saturn München
- ab 2008Tätigkeit bei der HJG Beratungs- und Trainingsgesellschaft für Kommunikation mbH
- 2012 – 2013Media Markt Straubing
- 2012Wirtschaftsfachwirtin IHK
- 2013Betriebswirtin IHK und AEVO
- 2013 – 2014Projektarbeit rund um unternehmerisches Denken und Business-Simulationen
- 2014 – 2019/20Trainerin, Moderatorin, Projektleitung, Management und Gesellschafterin bei der HJG Beratungs- und Trainingsgesellschaft für Kommunikation mbH
- ab 2015Unternehmensnachfolge, Management- und Unternehmensverantwortung: Akquise, Kundenbetreuung, Angebotsentwicklung, Mitarbeiterführung, Projektplanung, Seminarzentrum, Trainingsunterlagen, Formatentwicklung
- seit 2021Eigenes Unternehmen unter eigenem Namen: Konzeption und Durchführung eigener Programme, Masterminds, Communities, Workshops, Coachings, Trainings und Entwicklungsformate
- seit 2025Wieder verstärkt Corporate Coaching und Training